Politisches Ziel mit gesellschaftlicher Aufgabe
Lebensmittelverschwendung ist längst nicht mehr nur ein individuelles Problem – sie steht auf der politischen Agenda. Deutschland hat sich im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele verpflichtet, die Lebensmittelabfälle pro Kopf bis 2030 zu halbieren. Das ist ein ambitioniertes Ziel – und eines, das uns alle betrifft. Denn politische Maßnahmen allein reichen nicht.
Es braucht eine gesamtgesellschaftliche Bewegung
Die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung ist in den Sustainable Development Goals (SDGs) als Ziel 12.3 verankert. Dort heißt es:
„Bis 2030 die weltweite Lebensmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbieren und die Lebensmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette verringern.“
Deutschland hat dieses Ziel im Jahr 2019 mit der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ des BMEL offiziell übernommen. Dabei stehen folgende Handlungsfelder im Fokus:
- Haushalte
- Lebensmittelverarbeitung
- Groß- und Einzelhandel
- Gastronomie und Außer-Haus-Verpflegung
- Landwirtschaft
Die Strategie umfasst unter anderem:
- Freiwillige Branchenvereinbarungen mit Unternehmen
- Forschung & Innovationsförderung
- Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit
- Monitoring und Datenerhebung
- Plattformen zum Erfahrungsaustausch
Ein Beispiel: Die „Dialogforen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ bringen Vertreter:innen aus Handel, Produktion, NGOs und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Doch es ist klar: Ohne die aktive Beteiligung von Konsument:innen, Kommunen, Schulen und Betrieben wird das Ziel nicht zu erreichen sein. Die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ist nicht nur eine Frage der Technik – sondern der Haltung.
Was können wir tun?
- Politischen Druck unterstützen: Petitionen, Bürger*inneninitiativen und Engagement für gesetzliche Regelungen schaffen Rückenwind für ambitionierte Reformen.
- Bildung und Kommunikation stärken: Die Themen Lebensmittelwertschätzung und -verschwendung gehören in Schulen, Kitas, Medien und Universitäten.
- Vorbild sein: Wer in Familie, Betrieb oder Nachbarschaft mit gutem Beispiel vorangeht, inspiriert andere.
- Initiativen vernetzen: Projekte wie Foodsharing, Too Good To Go oder Restlos Glücklich brauchen Sichtbarkeit und Unterstützung.
- Kommunen einbinden: Städte und Gemeinden können durch Kantinen, Messen oder kommunale Programme große Wirkung entfalten.
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