Obst und Gemüse
Frisch, gesund, vielfältig – Obst und Gemüse gelten als Grundpfeiler einer bewussten Ernährung. Doch gerade diese wertvollen Lebensmittel machen den größten Anteil an der Lebensmittelverschwendung in Deutschland aus. Warum ist das so? Und was können wir tun, damit aus knackigem Brokkoli oder reifen Erdbeeren kein Müll wird?
„Optische Mängel“
Laut einer Studie des WWF machen Obst und Gemüse rund 34 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel in deutschen Haushalten aus – mehr als jede andere Warengruppe. Gründe sind häufig:
- Druckstellen oder braune Stellen
- Fehlende Lagerungskompetenz
- Vorurteile gegenüber „unperfektem“ Aussehen
- Überlagerung und Vergessen
Besonders betroffen sind empfindliche Produkte wie Beeren, Salat, Bananen, Tomaten und Kräuter – sie landen besonders schnell im Müll, obwohl sie oft noch genießbar wären.
Schon im Handel wird ein erheblicher Teil von Obst und Gemüse aussortiert – allein wegen optischer Mängel: zu klein, zu krumm, zu hell, zu dunkel. Das trifft vor allem regionale Produkte mit kurzen Handelswegen – ein bitterer Widerspruch für Nachhaltigkeitsziele.
In den Haushalten setzt sich die Kette fort:
- Obst und Gemüse werden oft zu viel gekauft, weil sie günstig und attraktiv präsentiert werden.
- Falsche Lagerung (z. B. Äpfel mit Bananen) führt zur schnelleren Reifung und zum Verderb.
- Viele Konsument*innen sortieren leicht angeschlagene Ware sofort aus, statt sie noch zu verwerten.
Was können wir tun?
- Weniger, dafür gezielter einkaufen: Lieber zweimal die Woche kleine Mengen Frisches kaufen als Großmengen, die verderben.
- Richtig lagern: Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbis mögen es dunkel und kühl – Bananen und Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank.
- Ugly Food bewusst wählen: Im Supermarkt und auf dem Markt ruhig zu krummen Gurken und verwachsenen Möhren greifen – sie schmecken genauso gut.
- Angeschlagen? Kein Problem! Braune Bananen sind perfekt für Smoothies oder Bananenbrot. Tomaten mit weicher Stelle eignen sich für Soßen.
- Regionale Erntezeiten kennen: Saisonale Produkte sind oft haltbarer und frischer – und belasten das Klima weniger.
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